Server-Side Tracking

Messung, die nicht im Browser des Besuchers stattfindet, sondern über einen eigenen Server läuft.

Definition

Beim klassischen Aufbau lädt der Browser des Besuchers mehrere fremde Skripte und schickt Daten direkt an Google, Meta und andere. Beim Server-Side Tracking geht ein einziger Aufruf an einen Server, den du kontrollierst. Von dort werden die Daten weiterverteilt.

In der Google-Welt heißt das serverseitiger Tag-Container. Er läuft in der Cloud oder auf eigener Infrastruktur, idealerweise unter einer Subdomain deiner eigenen Domain.

Der Unterschied ist nicht nur technisch. Cookies, die von deinem eigenen Server unter deiner eigenen Domain gesetzt werden, gelten als First-Party und werden von Browsern deutlich länger akzeptiert als solche von fremden Domains, siehe Third Party Cookies.

Verwandt, aber nicht dasselbe ist die Conversion API. Die meldet Ereignisse aus deinem Backend, das Server-Side Tracking verlagert die gesamte Messung.

Warum das für dich zählt

Der erste Grund ist Vollständigkeit. Adblocker und Browser-Einschränkungen greifen zunehmend fremde Skripte ab. Was nicht ankommt, fehlt in der Gebotssteuerung und verzerrt jede Auswertung.

Der zweite Grund ist Kontrolle, und der ist beim Datenschutz der entscheidende. Wenn die Daten über deinen Server laufen, bestimmst du, welche Felder ein Dienst überhaupt zu sehen bekommt. IP-Adressen lassen sich kürzen, Felder entfernen, bevor irgendetwas das Haus verlässt.

Der dritte Grund ist Geschwindigkeit. Weniger Skripte im Browser heißt kürzere Ladezeit, siehe Core Web Vitals.

Der Preis sind Aufwand und laufende Kosten. Ein Server will betrieben, überwacht und aktualisiert werden. Und eine Einwilligung braucht es weiterhin: Serverseitig gemessen ist nicht einwilligungsfrei.

Wie wir damit arbeiten

Wir setzen das dort ein, wo der Datenverlust im Browser messbar Geld kostet, und sagen es, wenn sich der Aufwand für dich nicht lohnt. Bei kleinen Konten ist ein sauberes browserseitiges Setup oft die bessere Entscheidung.

Aufgesetzt wird der Container unter deiner Domain, gesteuert über den Google Tag Manager und gekoppelt an die Einwilligung, siehe Consent Mode v2. Geprüft wird im Netzwerkmitschnitt, was vor der Zustimmung tatsächlich rausgeht.

Kosten und Betriebsaufwand nennen wir vorher. Unsere Kunden sitzen in Deutschland, und ein Setup, das Datenschutz erst im zweiten Schritt betrachtet, wäre für alle Beteiligten teuer. Verwandt ist Conversion Tracking.

Häufige Fragen

01

Was kostet Server-Side Tracking?

Die Serverkosten liegen je nach Traffic meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich pro Monat, dazu kommt die einmalige Einrichtung. Der laufende Betrieb will mit eingeplant werden.

02

Brauche ich dann kein Cookie-Banner mehr?

Doch. Die Einwilligungspflicht hängt am Zweck der Verarbeitung, nicht am Ort der Messung. Serverseitig ist nicht einwilligungsfrei.

03

Wie viel mehr Daten bekomme ich?

Je nach Zielgruppe und Setup meldet die Plattform typischerweise zehn bis dreißig Prozent mehr zugeordnete Conversions. Bei technikaffinem Publikum mit vielen Adblockern liegt der Effekt höher.

04

Ist das DSGVO-freundlicher als browserseitiges Tracking?

Es kann es sein, weil du steuerst, welche Felder rausgehen. Automatisch besser ist es nicht: Wer alles ungefiltert weiterleitet, hat nur den Weg verlagert.

05

Was ist der Unterschied zur Conversion API?

Server-Side Tracking verlagert die gesamte Messung auf deinen Server. Die Conversion API meldet einzelne Ereignisse aus deinem Backend an eine bestimmte Plattform. Beides lässt sich kombinieren.