Growth Hacking

Wachstum über schnelle Experimente statt über große Kampagnen. Meist mit knappem Budget und hoher Taktzahl.

Definition

Growth Hacking beschreibt eine Arbeitsweise: viele kleine, messbare Experimente entlang des gesamten Weges vom Erstkontakt bis zur Weiterempfehlung, statt weniger großer Kampagnen.

Der Begriff stammt aus dem Start-up-Umfeld der frühen 2010er Jahre. Charakteristisch ist, dass die Grenze zwischen Marketing und Produkt aufgehoben wird. Ein Einladungsmechanismus im Produkt gilt genauso als Wachstumsmaßnahme wie eine Anzeige.

Als Ordnungsrahmen dient meist AARRR: Acquisition, Activation, Retention, Referral, Revenue. Also gewinnen, aktivieren, halten, empfehlen lassen, verdienen. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Abkürzung, denn sie zeigt, dass Gewinnung nur der erste von fünf Punkten ist.

Der Ablauf ist immer gleich: Ideen sammeln, nach erwartetem Effekt und Aufwand priorisieren, umsetzen, messen, behalten oder verwerfen.

Warum das für dich zählt

Der nützliche Kern ist die Priorisierung. Wer zwanzig Ideen hat und drei umsetzen kann, braucht eine Regel, welche drei. Aufwand gegen erwarteten Effekt ist eine bessere Regel als Lautstärke im Meeting.

Der zweite nützliche Teil ist der Blick über die Gewinnung hinaus. Die größten Hebel liegen oft in Aktivierung und Bindung, nicht in der Anzeige. Eine Verbesserung im Einstieg wirkt auf jeden Kanal gleichzeitig.

Der Begriff hat allerdings einen Ruf, und der kommt von den Tricks: gekaufte Nutzer, aggressive Einladungsmechaniken, Grenzfälle bei fremden Plattformen. Solche Abkürzungen tragen selten länger als ein paar Monate.

Und die Methode braucht Voraussetzungen. Ohne Messung und ohne Umsetzungsfähigkeit bleibt eine Ideenliste übrig, die niemand abarbeitet.

Wie wir damit arbeiten

Wir arbeiten in dieser Taktung, nennen es aber nicht so. Bei uns heißt das Better Every Day: hinterfragen, testen, verfeinern, und zwar an Creatives, Zielgruppen und Budgetverteilung gleichzeitig.

Jedes Experiment bekommt eine Hypothese und eine Kennzahl, die vorher feststeht. Belegt wird über A/B-Tests, wo die Fallzahl reicht. Wo sie nicht reicht, sagen wir das, statt Rauschen als Erfolg auszugeben.

Tricks, die auf Kosten der Marke gehen, machen wir nicht. Woran wir stattdessen arbeiten, steht unter mehr Leads und mehr Umsatz. Verwandt sind Conversion Rate Optimierung und Retention Rate.

Häufige Fragen

01

Was ist der Unterschied zu klassischem Marketing?

Vor allem Taktung und Reichweite des Zugriffs. Growth Hacking arbeitet in kurzen Zyklen und bezieht das Produkt mit ein, klassisches Marketing plant längerfristig und arbeitet vor allem mit Kommunikation.

02

Wofür steht AARRR?

Acquisition, Activation, Retention, Referral, Revenue. Ein Rahmen, der zeigt, dass Neukundengewinnung nur eine von fünf Stellschrauben ist.

03

Braucht man dafür ein eigenes Team?

Nicht zwingend, aber Zugriff auf Produkt und Website. Wenn jede Änderung sechs Wochen im Backlog liegt, funktioniert die Arbeitsweise nicht.

04

Wie priorisiere ich Experimente?

Nach erwartetem Effekt, Zuversicht und Aufwand. Wichtiger als das Bewertungsschema ist, dass die Reihenfolge nachvollziehbar ist und nicht jede Woche neu verhandelt wird.

05

Funktioniert das auch in etablierten Unternehmen?

Ja, wenn Messung und Umsetzung schnell genug sind. Der begrenzende Faktor ist selten die Idee, fast immer die Zeit bis zum Livegang.