Bounce Rate

Der Anteil der Sitzungen, in denen jemand kommt und ohne erkennbare Interaktion wieder geht. Auf Deutsch Absprungrate.

Definition

Die Bounce Rate misst den Anteil der Sitzungen, die als nicht engagiert gelten. In der deutschen Oberfläche heißt sie Absprungrate.

Entscheidend ist, wie eine engagierte Sitzung definiert ist. In Google Analytics 4 gilt eine Sitzung als engagiert, wenn mindestens eine dieser drei Bedingungen zutrifft: Sie dauert länger als zehn Sekunden, sie enthält ein Conversion-Ereignis, oder es werden mindestens zwei Seiten aufgerufen. Trifft nichts davon zu, zählt sie als Absprung.

Damit ist die Bounce Rate in GA4 schlicht die Gegengröße zur Engagement Rate. Beide addieren sich zu hundert Prozent.

Im alten Universal Analytics war die Definition strenger und schlechter: Dort galt jede Sitzung mit nur einem Seitenaufruf als Absprung, egal ob jemand den Text zehn Minuten gelesen hat. Alte Vergleichswerte aus dieser Zeit lassen sich deshalb nicht gegen GA4 halten.

Warum das für dich zählt

Eine hohe Bounce Rate ist kein Urteil, sondern eine Frage. Auf einer Wiki-Seite wie dieser hier ist ein Absprung oft ein Erfolg: Jemand wollte wissen, was ein Begriff bedeutet, hat es gelesen und macht weiter mit seiner Arbeit.

Teuer wird es dort, wo du für den Besuch bezahlst. Wenn eine Landingpage aus einer Kampagne siebzig Prozent Absprung hat, verbrennst du bei jedem Klick Geld. Häufige Ursachen sind lange Ladezeiten, ein Versprechen in der Anzeige, das die Seite nicht einlöst, oder eine Zielseite, die zur Suchanfrage nicht passt.

Ein plötzlicher Sturz auf nahezu null ist übrigens fast nie ein Erfolg, sondern ein Messfehler. Meist ist ein Tag doppelt eingebunden und feuert zwei Seitenaufrufe pro Besuch.

Wie wir damit arbeiten

Wir sehen uns die Bounce Rate nie als Gesamtwert an. Aufgeteilt wird nach Seitentyp und nach Quelle, weil ein Blogartikel und eine Produktseite unterschiedliche Aufgaben haben.

Interessant ist der Vergleich innerhalb einer Gruppe: dieselbe Kampagne auf zwei Zielseiten, oder dieselbe Seite auf Mobil gegen Desktop. Erst dann wird aus der Kennzahl ein Hinweis auf eine Ursache, etwa auf Ladezeitprobleme.

Und wir prüfen zuerst die Messung. Bevor jemand eine Seite umbaut, weil die Zahl schlecht aussieht, klären wir, ob sie überhaupt stimmt. Das gehört zur Arbeit an Google Analytics und zahlt am Ende auf mehr Umsatz ein.

Häufige Fragen

01

Was ist eine gute Bounce Rate?

Das hängt vom Seitentyp ab. Bei Nachschlagewerken und Blogartikeln sind sechzig bis achtzig Prozent normal, bei einer Kampagnen-Landingpage wären dieselben Werte ein Alarmzeichen. Vergleiche nur Gleiches mit Gleichem.

02

Was ist der Unterschied zur Engagement Rate?

Es sind zwei Seiten derselben Zahl. Engagement Rate plus Bounce Rate ergeben immer hundert Prozent. GA4 zeigt standardmäßig die Engagement Rate, die Bounce Rate musst du dir als Messwert dazuholen.

03

Schadet eine hohe Bounce Rate dem Ranking?

Nicht direkt. Google nutzt deine Analytics-Daten nicht als Ranking-Signal. Indirekt schon: Wenn Besucher schnell zur Suche zurückkehren, ist das ein Hinweis darauf, dass die Seite die Frage nicht beantwortet hat.

04

Warum liegt meine Bounce Rate plötzlich bei null?

Fast immer ein doppelt eingebundenes Tracking. Wenn pro Besuch zwei Seitenaufrufe gezählt werden, gilt jede Sitzung als engagiert. Prüfe, ob das Analytics-Tag sowohl im Template als auch im Tag Manager steckt.

05

Kann ich die Zehn-Sekunden-Schwelle ändern?

Ja, in GA4 lässt sich die Zeit für eine engagierte Sitzung anpassen. Bevor du daran drehst, sollte klar sein, warum. Eine höhere Schwelle macht die Zahl strenger, nicht die Seite besser.